Wednesday, May 23, 2007

Rückblickend muss ich ja sagen, dass mein ganzer anfänglicher Ehrgeiz den ich in diesen Blog gesteckt habe deutlich nachgelassen hat. Um irgendwelche Fehlschlussfolgerungen vorzeitig abzuwähren: „Nein, China hat nicht an Reiz verloren!“. Aber ich muss schon zugeben, dass alles recht normal geworden ist. Die anfängliche Euphorie über die Gutmütigkeit der Menschen ist keineswegs weniger geworden, jedoch alles normaler, fast selbstverständlich. Daher hatte ich nicht mehr dieses Erzählbär Gefühl wie anfangs.

Jetzt geht alles langsam dem Ende zu und ich werde euch nicht wie ihr jetzt vielleicht denkt einen heroischen, nostalgisch angehauchten Abschlussbericht über meine zeit in China geben. Dafür ist es noch zu früh. Nicht das ich ihn nicht schreiben werde aber ich habe ja noch Zeit ;-)
Ich möchte einfach erstmal ein paar Bilder Hochladen damit ihr noch ein paar weitere Eindrücke von dem Reich der Mitte habt. Ich fange mit Anfang März an, als Janina noch zu Besuch in Peking war.











Achja. Recht spontan und in der Tat zusammenhangslos fällt mir gerade noch ein kleine Anekdote über Peking ein. Also kein wirkliche Anekdote aber naja ein WIRKLICHE Geschichte. Also, in Peking sind ja 2008 die Olympischen Spiele und nichts, absolut nichts ist zu teuer, groß oder schwer für die Chinesen damit das die SPIELE der Menschheit werden.
Kurzer Rückblich: Anfangs hatte ich ja mal über das Smog Problem berichtet und wie grau Peking sein kann. Also genau genommen hat Peking ein Problem mit Verwüstung. Also nicht eine Zerstörung von menschlicher Seite sondern von natürlicher Seite. Um dagegen anzukämpfen hat die Chinesische Regierung mal kurz entschlossen 500.000 Bäume in der Pekinger Innenstadt zu pflanzen. Gesagt Getan. Überall in Peking werden so 7 Meter große Bäume aufgestellt. Um den Flughafen wurde ein riesiger Wald gepflanzt damit die ankommenden Besucher denken wie schön grün doch Peking ist.

Ich und mein neues Haustier ;-)

Sunday, March 25, 2007

Meine Semesterferien habe ich damit verbracht in 6 Wochen die Welt zu sehen. Okay, die Welt habe ich nicht umrundet, aber für die 6 Wochen haben wir uns schon eine lange Strecke durch Südostasien gewählt. Soviel erleben, sowenig ausgeben und so weit kommen wie nur möglich, lautete das Motto. Demzufolge haben wir viele Tage und Nächte in irgendwelchen Bussen, Zügen, auf Booten und etliche Stunden auf sogenannte TUK TUKs verbracht. Aber jede einzige Minute war es Wert. Sogar die „Immodium Überdosis um zum nächsten Rastplatz zu Überbrücken“-Momente, sind vor allem im Nachhinein unvergessliche Momente, da Wir uns noch stundenlang drüber amüsieren können und das bestimmt unsere „Most-told-Story“ ist.

In diesen 6 Wochen sind wir durch 5 Länder gereist haben zig Stempel in den Reisepass bekommen und genug Abenteuer erlebt um ein Buch zu füllen, daher wage ich es denn Vergleich aufzustellen zu „in 80 Tagen um die Welt“.

Ich werde hier nur kurz die jeweilige Reiseetappe beschreiben und ein paar Fotos zeigen.

Die besten Bilder habe ich in einem kleinen Video zusammengefasst, dass Ihr Euch nach dem durchlesen angucken könnt. (erst die Karte lesen und dann das Geschenk aufmachen.)

Die Route unserer Reise:

Alles fing damit an, dass Shinski und ich nach der Klausurphase in den Zug nach Shanghai gesprungen sind um dort einen halben Tag zu verbringen und dann weiter nach Guilin gefahren sind. Insgesamt haben wir in 3 Tagen 37 Stunden in Zug gesessen.

Die erste Woche war ich noch alleine mim Shinski, der nach so einem komischen Schlag auf den Kopf nur noch Unsinn geredet hat und später auch zum Ur-Shinski mutiert ist, durch China Richtung Vietnam gereist.

Auf den Bildern ist Guilin zu sehen, also die Landschaft um Guilin.

Guilin war Eiskalt und total nass, aber der Vorteil daran war => kein Tourismus

Demzufolge waren Shinski und ich fast ganz alleine auf dem Fluss abgesehen von ein paar Kormoranfischer. Zumindest waren wir die einzigen Langnasen.

In Nanning haben wir uns dann mit Christian und Nowi getroffen mit denen wir dann auch am nächsten Tag die Grenze nach Vietnam überquert haben.



Vietnam


Im Prinzip überquert man nur eine kleine Brücke, füllt hier ein Formular aus holt sich da ein Stempel und schon ist man in Vietnam. Man ist nicht nur in Vietnam, man ist in einer anderen Welt. Also, die Menschen sehen sich schon ähnlich aber vom Verhalten und der Art können benachbarte Länder nicht unterschiedlicher sein. Vietnamese sprechen einen Direkt an, sagen mehr, lachen mehr und zeigen mehr Emotionen. Achja, noch eine Speziali

tät der Vietnamesen ist ihr Faibel sich zu gruppieren. Ihr werdet lachen! Aber wenn man sich auf der Straße unterhält stehen mal gerne ne Gruppe von Vietnamesen um einen herum uns sagen nichts, machen nichts und tun nichts. Die begleiten einen auch mal gerne

durch die Stadt ohne was zu sagen.

Vietnam hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich sehr skeptisch anfangs

den Menschen gegenüber war, da mich die Andersartigkeit zu den Chinesen so schockiert hat. Dies hat sich aber auch direkt gelegt. Vietnam ist immer noch

irgendwie zweigeteilt in Nord und Süd, zwar nicht politisch aber man merkt einen riesigen Unterschied zwischen den beiden.

Die Geschichte Vietnams und die Geschichte des Vietnamkrieges ist sehr beeindruckend und unfassbar. Erst dort nach der Besichtigung von diesen kleinen Tunnelanlagen und Kriegsmuseen habe ich die Sinnlosigkeit dieses Krieges im spezifischen gelernt.


Es gibt da halt so ein Land mit 3 Buchstaben, dass ganz schön gerne mal Kriegspielt…

Ach ja, in Vietnam haben wir uns dann mit dem Nils getroffen, der aus Indonesien zu uns gekommen ist um weiter mit uns zu Reisen.

Nächste Etappe war Kambodscha.

Wer von Euch kennt Kambodscha? Wer von Euch weiß wo es liegt? Und wer weis das vor 30 Jahren eines der schlimmste Verbrechen der Menschheit passiert ist?

Also ich wusste es vorher nicht. Killingfields war mal so eine Begriff den man gehört hat, aber wo und was das war?

Pol Pot hat vor circa 30 Jahren versucht in Kambodscha eine Art Ur-kommunismus einzuführen in dem er alle Intelligenz töten lassen hat. Lehrer, Händler, alles was irgenwie denken konnte wurde vernichtet. Insgesamt 40 Prozent seiner eigener Bevölkerung und alles in dem er eine Kinderarme gezüchtet hat.

Pol Pots Kinderarme:


Natürlich ist Kambodscha auch bekannt wegen den Tempel von Angkor Wat…







Thailand

In Bangkok hatte das Warten ein Ende. Endlich nach 5 langen Monaten kam Janina.

In Bangkok habe ich mich mit Janina getroffen um mit ihr die restliche Reise durch Thailand, Nord Malaysia, Macau und Hong Kong anzutreten. Janina war insgesamt 5 Wochen da.

Zu Thailand muss ich ja nicht viel sagen außer Traumstrände, Traumstrände und Traumstrände.

Um Euch eine Einblick von unserer Reise durch Thailand zu geben, hänge ich eine von Janina´s

tundmails an und das folgende Video...

Ihr Lieben,
ich befinde mich auf dem schoensten stueck erde der welt. das ist einfach atemberaubend. koh tao liegt direkt bei Thailand neben der insel ko phangan, der insel auf der wir vorher gewohnt haben.bert und ich tendieren dazu uns regelmaessig in den arm zu kneifen, da wir ja eventuell schon im himmel sein koennten, weil unser boot auf dem weg hierhin untergegnagen ist!

wir haben diesen einsamen strand zwar wirklich geliebt, aber dennoch musste es weiter nach koh tao ins tauchparadies gehen. bin ja ein riesen schnorchel fan und mein papa und ich versuche immer krampfhaft ein paar fischlies zu sehen, in den gewaessern, an denen wir bis dato urlaub gemacht haben. Papa!!!! du musst hier hin kommen. dein aquarium wuerde blass vor neid werden! (wie gehts eigentlich dem kranken barschli?) bin heute das erste mal tauchen gewesen. das war unglaublich schoen. so tolle farben und tolle fische und tolle korallen....WOW!!! hatte zunaechst etwas anlauf schwierigkeiten. also dieses mit flasche atmen ist schon beklemmend und diese bloeden uebungen mit wasser aus der maske pusten, haben mir hektische atemausbrueche bescherrt.....war mir schon etwas unangenehm, aber wir waren gott sei dank nur ne gruppe von 3 leuten und bert war einer davon...und das andere maedchen war ganz geduldig :-)

ja und dann gings ab ins wasser. ach ein traum. haben uns leider erst heute so ne verdammt coole unterwasserkamera gekauft, aber morgen wird ein schnorchelset ergattert und dann gehts ab ins badewannenwarme bodenseeplatte meer. 300 meter rein und man sieht die tollsten clownfische und korallen! ach ist das schoen. da kann man 200 meter einfach ins meer gehen ohne den hintern nass zu haben....hihi

kennt ihr diese bilder von weissen sandstraenden, wo die palme sich uebers meer biegt? DAS IST HIER!!!! hahaha

Achja, ich war ja auch noch woanders als auf den inseln thailands . Bangkok hat mir super gut gefallen. haben auf der khao san road gewoehnt, ich glaube da uebernachten viele backpacker vielelicht kennt die ja jemand von euch. viele gemuetliche bars, tolle shopping staende und highlife pur. das tolle ist, dass das essen hier so unglaublich lecker ist und dazu gibt es ganz frische fruitshakes, die so gut wie nichts kosten. mein lieblingsshake ist mango...mhhhh!!!!! auf der strasse gibt es ueberall so staende an denen dir die leckersten nudeln gebraten werden und das ganze fuer 5 cent...

Kultur haben wir natuerlich auch mitgenommen, den Koenigspalast und wat pho, ein 45 meter grosser goldbuddha. ach schade, dass ich mein kamera equpiment gerade nicht bei habe, sonst gaebs mal ein paar bilder. auf jeden fall ist bangkok ne tolle lebendige stadt, die man mal erlebt haben soll.

wir werden denke ich mal noch 2 tage hier das paradies erleben, dann zurueck in unser kleines bambushuettchen im anderen paradies ko phangan, rucksack packen (ich kann meinen sogar alleine tragen...bin stolz auf mich !) und dann ziehen wir mit nils, christian und thomas (kommilitonen von bert in peking ausser nils aber den kennt ihr ja teilweise) nach malaysia weiter. wahrscheinlich in einen nationalpark ein paar wilde tiere anschauen, wobei ich glaube ich die wildesten schon in meiner bambushuette hatte...hihi. zwischen unserem bad und dem schlafzimmer lebt ein riesen geko, der so bitterlich laut schreit nachts und als ich dannh auf die jagd mit taschenlampe und fotoapperat ging, hat er mich auch eher an ein minikrokodil erinnert, als an nen kleinen geko.....ich werde zu ner richtigen abenteurerin! bert verleit mir auch die tapfekeitsmedaille hier nach. der schafft es noch nicht mal ne kleine kakerlake im bad zu vernichten. ups das hat er gelesen...schnell weiter im text!

also aus malaysia gibt es dann den naechsten bericht. heute abend wollen wir ein wenig die insel unsicher machen mit leckeren cocktails und nem festmahl. das ist so wunderschoen hier, weil die bars ueberall so gemuetliche liegen am strand haben und schoene musik und spaeter kann man einfach am strand tanzen. herrlich!!!!

apropos tanzen auf ko phangan gibt es auch die fuill moon parties, falls die jemand kennt. wir haben leider nur die black moon party mitnehmen koennen. ein riesen spektakel ueber einen riesen sandstrand...aber die musik (also eher techno) ist leider nicht so meins! aber schoen es mal gesehen zu haben, da alle mit neonfarben sich die koeper bemalen und halt tierisch abgehen...hahahaha

so ihr suessen! ich mach mich mal auf den weg! bis malaysia dann. kurriert euch schoen von karneval

Hallo ihr Liebsten,

ich bin mittlerweile in China angekommen und es hat direkt geschneit. das ist wahrscheinlich der extremste Klimawandel, den mein Körper je erlebt hat.....
Zu China aber spaeter...erst einmal meine weitere Reiseroute ab Koh Tao beschrieben:
Wir wollten ja eigentlich in einen National Park nach Malaysia fahren jedoch hat dies zeitlich einfach nicht gepasst, somit haben wir kurzfristig entschlossen doch die Westkueste Thailands zu erleben. Also ab gings nach Krabi mit dem Bus. Die Stadt hat mir nun nicht so sonderlich gut gefallen, aber der Tagesausflug nach Railay war super toll. Eine tolle Strandbucht, die nur mit dem Schiff zu erreichen ist, da sie umgeben ist von riesen Felsen. Bert hatte dann die glorreiche Idee über irgendwelche Felsen zu einsamen Buchten zu klettern. Ich mit meinen weissen Leinenkleidchen an irgendwelchen Lianen hängend…grossartiger Anblick…Bilder gibt’s später ;-)

Also, der Ausflug nach Railay war auf jeden Fall ein Highlight insbesondere ein Bild von Bert mit nem kleinen Äffchen aufm Arm ;-)

So von Krabi aus sind wir dann weiter nach Koh Lanta, einer weiteren Inselgruppe im Westen Thailands. Landschaftlich war es dort nicht ganz so schön wie im Osten des Landes. Ich frage mich, ob es immer noch Spätschäden des Tsunamis damals im Dezember 2004 sind, die dieses Paradies dort immer noch etwas überschatten. Die Bars abends sind wie ausgestorben, obwohl sich die Leute so viel Mühe machen, mit Fackelshows und schöner Musik. Schon ein mulmiges Gefühl, wenn man an der Rezeption des Hotels ein Bild sieht, das die anrollende Welle zeigt und man selber steht genau an der Stelle, von der das Bild aufgenommen wurde. Unvorstellbar! Dennoch auch Wahnsinn, wie sich dieses Land von diesen schrecklichen Ereignissen erholt hat und alles wieder aufgebaut hat.

Nach Koh Lanta ging es dann endlich auf laut „Lonely Planet“ dem schönsten Ort der Erde: Koh Phi Phi. Euch wohl besser bekannt, als die Insel, auf der „The Beach“ gedreht wurde. Und Mr. Lonely Planet hat nicht untertrieben: ein Traum! Landschaftlich einfach unbeschreiblich schön, eine Unterwasserlandschaft, die Koh Tao bei weitem übertrifft und Delphine, die dich beim Schnorcheln begeleiten. Selbst der viele Tourismus, der leider an der Westküste überhand nimmt, kann der Insel ihre Schönheit nicht nehmen (sorry soviel Kitsch darf hier drin sein). Obwohl der „Sextourismus“ mich schon teilweise wirklich angewidert hat, aber irgendwie kann man das versuchen zu übersehen. Laut Freunden von mir, muss Koh Samui da noch viel extremer sein. Haben einen Tag eine Tour mit dem Tuckerboot um die Insel unternommen. Mit Schnorcheln in den tollsten Gewässern…..leider hatten wir die Unterwasserkamera schon in Koh Tao aufgeknipst. Waren dann auch auf Monkey Island! Diese kleinen Äffchen waren so süß!!! Nach der Tollwutaktion hab ich Bert aber nicht mehr zu nah an die gelassen  So geil, das erste was das Äffchen macht, als es zu uns kommt: sich ne Seven Up Dose zu schnappen und die gierig auszuschlürfen!!! Der Tourismus-Affe…als hätte man das mit dem eingeprobt! The Beach…The Beach…war das schön da! Ich weiß nicht, wie ich euch das beschreiben soll. Die gesamte Insellandschaft Thailands hat so eine gewisse Ruhe. Man liegt am Strand schaut aufs Meer und es ist zu beruhigend ruhig….mh schwer zu beschreiben. Habe auch Ausschau nach Leo und dem sßen Franzosen gehalten, aber vergeblich…..sorry Lena und Hannah!

Nach Koh Phi Phi sind wir dann von Phuket nach Kuala Lumpur, Malaysia geflogen! Auch eine tolle Stadt mit den Petronas Towern (dem 2. höchsten Gebäuden der Welt mir 452m und den größten Twintowern der ganzen Welt) im Zentrum. Total süßen Jugendherbergen, die aussahen wie das Haus von Pipi Langstrumpf und endlich warme Duschen!!!! Von Kuala Lumpur aus sind wir dann nach Macau geflogen, gehört seit 1999 zu China und vorher zu Portugal. Hat mich auch ein wenig an Lissabon erinnert. Lustig an Macau ist, dass Glücksspiele in China verboten sind, da die Asiaten eine Veranlagung zur Spielsucht haben. Das ist wissenschaftlich erwiesen, hab ich mir nicht ausgedacht ;-) Auf jeden Fall unterliegt Macau noch nicht diesen Richtlinien und erstrahlt deshalb etwas im Las Vegas Look!

Nach allem Restgeld verzocken gings dann ab nach Peking. Wollte aber noch abschließend etwas zu Thailand sagen:

Ich kann jeden nur empfehlen einmal eine Reise in dieses traumhaft schöne Land zu machen. Flüge nach Bangkok sind nicht so teuer und das Reisen vor Ort ist so wahnsinnig billig und was noch viel wichtiger ist: so wahnsinnig einfach. Man überlegt sich einen Tag mal nach Phuket zu fahren und am nächsten Tag ist man schon da, ohne viel Aufwand und vielleicht 8 Euro ärmer! Ok, es ist natürlich auch manchmal etwas nah zur Natur hinsichtlich nächtlicher tierischer Besuche, aber das hab auch ich überstanden…hihi!





Malaysia


Naja, von Malaysia haben wir nicht soviel gesehen , nur die Hauptstadt Kuala Lumpur mit den petrona Towers als zweithöchstes Gebäude der Welt.


Kuala Lumpur:

Wednesday, January 10, 2007

Da bin ich wieder!

Habe zu Zeit Klausurphase, also am Freitag meine letzte Klausur!

Danach werde ich erstmal eine längere Reise durch Südostasien antreten und mich von dem

-10° kalten Peking erholen. Details hierzu gibt es gleich. Erstmal werde ich meinen Dezember und die Weihnachtszeit zusammenfassen.

Der Dezember war recht stressig, da ich hier an der Uni viele Präsentationen und Final Reports abgeben musste. Aber umso schöner war die Zeit um Weihnachten und Sylvester, obwohl selbst dort die Arbeit nicht ausblieb.

Wie ein paar von Euch schon wissen waren Saßy und Nils an Weihnachten hier. Die beiden wollten halt mal China von seiner chinesischsten Seite sehen. Um ehrlich zu sein glaube ich, die beiden wollten auch ein bißchen Weihnachtfeeling aufkommen lassen und haben ihre paradiesisches Indonesien verlassen um ins minusgradige Peking zu fliegen.

Wie auch immer. Ich habe mich sehr gefreut, dass die beiden hier waren und wir hatten echt ne lustige Zeit. Alles begann beim koreanischen Grill… ;-)

Die Überraschung an Weihnachten kam ungefähr zwei tage vorher, als kurzfristig ne Email rein kam vom Benni aus Shanghai. An Heiligabend oder genauer gesagt an heilig Mittag kam dann auch Benni in Peking an. Die vier von uns haben darauf hin Peking aus den Kopf gestellt…





Wednesday, January 03, 2007


Ein wunderschönes frohes neues Jahr!
Hoffe Eure Wünsche und Vorsätze werden sich alle erfüllen.

Wieder einmal werde ich Euch auf den ShinskiBlog verweisen müssen, wenn Ihr mein Sylvester in Hong Kong anschauen wollt. Wieder einmal ist er mir mit dem Bloggen voraus....

Hong Kong ist die krasseste Stadt der Welt ;-)

Friday, December 08, 2006

So, endlich Tibet ist endlich fertig!

Thursday, November 16, 2006

Endlich Tibet!

Prolog:

Habe bis heute einige Projekte und Präsentations abgeben müssen, daher waren die letzten Wochen mit einigen Unannehmlichkeiten geschmückt. Außerdem musste ich ja ein Brauchtum pflegen und die Karnevalsparty organisieren. Und das hat einfach mal Priorität!

Aber jetzt finde ich endlich mal ein paar Minuten Zeit, dem verschollenem Kind meiner Berichte Aufmerksamkeit zu Schenken, das lang ersehnte Versprechen ein zu lösen und mich dem Tibetblog zu widmen.

Als ich durch Tibet gereist bin und diese wahnsinnig beeindruckende Natur und Kultur gesehen habe, habe ich mir oft gewünscht das Menschen, die mir wichtig sind, Familie, Freunde und natürlich Janina, das miterleben würden. Es war so als würde ich ein wunderschönes Geheimnis, eine Musterlösung oder eine tolle Geschichte kennen, dürfte sie aber niemand weiter sagen. Jetzt werden vielleicht ein paar Leute lachen, weil ich sonst so gut bin in Geheimnissen halten, aber das spielt hier keine Rolle… Aber nachdem ich alleine, bzw. mit zwei Kumpels da war, musste ich halt oft daran denken und umso mehr habe ich mich auf die Berichterstattung in meinem Blog gefreut. Ehrlich gesagt, habe ich mir schon die Texte manchmal im Kopf zurecht gedichtet für jedem einzelnen Tag, oder besser jedes einzelne Erlebnis. Ich hatte auch schon probiert vor Ort meine Gedanken und Impressionen auf zu schreiben, aber in einem „Offroad-Jeap“ auf passender „Off-road Piste“ ist das Schreiben nicht so einfach. Es sah mehr aus wie chinesische Schriftzeichen, aber ohne Wiedererkennungswert.

… Was ich eigentlich sagen will ist, dass ich direkt nach meiner Ankunft anfangen wollte meinen Tibetblog zu schreiben. Es aber vor lauter „dies und das“ nicht geschafft habe und Euch auch nicht einfach Irgendwas abliefern wollte. Deswegen habe ich Ihn halt so oft aufgeschoben. Aber jetzt ist es endlich so weit. Ladies und Gentlemen, Freunde und Freundesfreunde, Mama, Paps und Tolle Tante, geliebte Janina, ohne Euch noch länger auf die Folter zu spannen hier ist Endlich Tibet.

Fakten:

Es fällt mir gerade schwer meine eigentlich durchdachte Struktur einzuhalten und die Reise Chronologisch durch zu kämen. Ne, dass ändere ich jetzt mal spontan. Ich fange an in dem ich Euch erstmal ein paar rundum Fakten der Reise liefer. (Bin halt doch mehr Ingenieur als ich dachte). Nichts für ungut.

Also wir sind am Freitags nachmittags los geflogen nach Chengdu, abends angekommen, Visum für Tibet besorgt und am nächsten morgen um 7 nach Lhasa geflogen. Der Flug um 7 Uhr morgens hat sich als äußerst brilliant herausgestellt, werde ich aber später noch berichten.

Wir waren insgesamt 8 Tage in Tibet unterwegs. Hatten einen Fahrer mit Jeep gemietet, der Uns überall hingefahren hat wo wir wollten bzw. wo wir durften, da das in Tibet nicht ganz übereinstimmt.

Nach den 8 Tagen sind wir dann auf der neu gebauten Zugstrecke über zum Teil Permafrost-Boden (Ewiges Eis) 4500 Kilometer in 48 Stunden zurück nach Peking gefahren.

Eindrücke:

Ich werde Euch anhand der Photos durch Tibet leiten. Also, fange ich jetzt mal mit dem eben erwähnten Zufall an. Wir haben den Flug von Chengdu nach Lhasa um 7 Uhr morgens gebucht, damit wir möglichst jede Sekunde von Tibet mitnehmen. Diese Entscheidung hat sich, zufälligerweise echt gelohnt, da ersten der Flieger nicht voll war, dass wir alle am Fenster sitzen konnten und die Möglichkeit zum rausgucken hatten und zweitens, was viel wichtiger ist den atemberaubenden Ausblick beim Sonnenaufgang genießen konnten. Man sah aus dem Fenster erstmal nur Wolken in leichtem Dämmerlicht unter sich. Langsam ging dann hinter einem die Sonne auf und die ersten 6000er Berge stachen mit Ihrer Spitze hindurch.

Umso näher wir auf dem 2stündigen Flug Lhasa kamen, desto weniger Wolken wurden es und um so mehr hat man von der Natur gesehen. Der Landeanflug selber war ein Erlebnis da man mitten in den Bergen auf 3700 Meter landet und es einem von der Aussicht mehr wie ein Notlandung mitten in der Natur vorkommt. Es ist ein ganz komisches Gefühl. So als würde man durch die Alpen mit einem Jumbojet 200 Meter über dem Boden fliegen und die Landschaft genießen. Siehe Foto…

Landeanflug



Lhasa und der Dalai Lama:

Wow. Also, um jetzt einen Geschichtsexkurs zu machen bin ich der falsche und ich muß Euch bitten, dort selber Nachforschung zu betreiben. Ich werde Euch trotzdem das sagen, was ich zu Wissen meine, aber definitiv ohne Gewähr.

Der Dalai Lama, auf Tibetanisch „Ozean des Wissens“ ist das religiöse Oberhaupt der Tibetaner. Dieser wohnt im Potala-Pala

ce Das hört sich jetzt zwar an wie ne Dönerbude auf der Pontstraße, ist aber ein echt pompöses und beeindruckendes Bauwerk. Der Potala Palace ist die „offizielle Residenz des Dalai Lama , des tibetischen geistlichen und weltlichen Staatsoberhauptes“.

Der heutige 14te Dalai Lama wurde 1959 während der „chinesischen Eroberung“ Tibets aus dem Land verdrängt. Beziehungsweise ist er geflüchtet nach Indien, wo er seit dem im Exil wohnt…

Für mehr Infos verweise ich auf: http://www.tibetfocus.com/dalailama/kurzbiografie.html

Der interessante Teil kommt jetzt. Ich versuche es neutral auszudrücken und hoffe Ihr könnt ein bisschen zwischen den Zeilen lesen:

Am Flughafen von Chengdu habe ich mir ein Buch gekauft, um mich über Tibet zu informieren. Es heißt „Chinas-Tibet“. Die Geschichte war in Wirklichkeit folgendermaßen:

Der Dalai Lama und seine Regierung haben das Tibetanische Volk über Jahre hinweg unterdrückt, gefoltert und gemordet. Bis Schließlich 1959 die Chinesen unter Mao die Tibetaner von ihrem Leiden befreit haben und zusammen mit den tibetanischen Volk gegen die Lamaisten gekämpft haben. Seitdem sind alle glücklich.

Nicht desto trotz ist der Potala Palast ein beeindruckendes Denkmal, dass über Lhasa, tibetanisch „Sacred Palace“ erhobenen Hauptes strahlt.




Wir sind sehr früh aufgestanden, um ein paar Bilder bei Sonnenaufgang zu machen.






„In einem Land vor unsere Zeit“:

Jeder der diesen Film kennt, kann Sich denken wie wir drei uns gefreut haben als wir schließlich aus Lhasa raus in die Natur Tibets gefahren sind. Wir waren wie kleine Dinosaurier die Grünland gefunden haben. Die von Euch, die Ihn nicht kennen, versucht an „Jurassic Park“ zu denken, während ich weiter erzähle.

Tibet ist ein Paradies. Echt! Echt und wieder Echt!

Wir saßen in unserem Jeep, sahen aus dem Fenster und fuhren durch wunderschöne Landschaften alles auf 4000 Meter aufwärts. Die Bilder müssten für sich sprechen.

Aber in Natura war halt alles viel toller. Ich hätte nie gedacht, dass auf so einer Höhe soviel Schönheit ist und noch viel weniger, dass so eine Artenvielfalt an Landschaften vorhanden ist. Man überquert ein Pass und ist in der Wüste. 4 Stunden später einen nächsten Pass und man fährt einen Bachlauf entlang durch Geröll und Gestein. Nächster Pass und alles ist Grün. In der Ferne sieht man da ab und an ein paar Schnee bedeckte 8000ner. Hier und da mal ein paar 7000ner. Das höchste auf dem ich selber war, waren 6200 Meter, aber da komm ich später noch mal drauf zurück.





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Es sind zwei Impressionen die ich Euch schildern will.

Erste:

Wir fahren ein Paar Stunden aus Lhasa raus und recht lange einen Pass hoch. Alles noch recht am Anfang der Reise. Der Pass zieht sich Serpentine um Serpentine und ich denke mir schön.

Oben angekommen stockt mir der Atem. Nicht wegen dem Luftmangel und der Höhenkrankheit, sondern wegen dem was ich sehe. Wir sind auf der Spitze dieses Passes und gucken auf einen See der so blau wie die „Argentinische Flagge“ ist. Dahinter sieht man einen schneebedeckten 7000ner und die weißen Wolken auf dem dunkel dunkel blauen Himmel stechen förmlich raus. Das Bild war surrealer als Dali je werden konnte. Es sah schon kitschig aus. Krass. Da oben steht man als König der Welt, Schöpfer allen Seins und fühlt sich als wäre man auf einem fernen Planeten oder Hauptfigur in einem Hohlbein Roman.

Naja, später sind wir auch runter an den See gefahren und das Wasser war echt hellblau türkis wie aus dem Chemiekasten.

Zweite:

Nachdem wir auf dem Everest Basecamp waren, wovon Ihr natürlich später auch ein ausführlichen Bericht bekommt, sind wir laut Fahrer die schlimmste Strecke Tibets gefahren. Jetzt sind meine Freunde der Reinen Logik gefragt: Schlimmste Strecke Tibets impliziert schlimmste Strecke China, das Impliziert…

Auf jeden Fall war die Strecke echt „Hardcore Offroad Piste ff (vom Feinsten)“. Durch Flussläufe, an Hängen entlang (Mama keine Sorge ich lebe noch) und über undurchdringliches Gelände. Auf einmal bleiben wir Stehen für einen so genannten „Pee-stop“. ( Zwei Worte Englisch konnte unser Fahrer: „Foto-Stop“ und „Pee- Stop“)

Wir bleiben stehen und stehen mitten in einem Riesen Tall hinter uns die schneebedeckten 7000ner um uns herum wunderschöne Berge, überall wilde Esel, Hund und Yaks.

Es war wie bei Jurassic Park. Wir gehörten einfach nicht dahin mit unserem Jeep. Als wären wir Schwarz-weiß in einem Farbfilm. Das war so ein Moment der ewig war. Leider haben wir keine Fotos davon, da Mo als er seinem Fotoapparat „informieren“ wollte. Keine Ahnung warum, formatiert hat. Is aber nit so schlimm, Mo. ;-)



Mount Everest

Natürlich gehört zu jeder Tibet Reise ein Abstecher zum höchsten Punkt der Erde oder eher zum Fuße des höchsten Punktes der Erde.

4. Tag: Wir übernachten in Tingri, stehen recht früh auf und nehmen tibetanisches Frühstück zu uns (selbst beim schreiben krieg ich ne Gänsehaut wenn ich an diese Mahlzeit denke). Auf dem Tagesplan steht Mount Everest Basecamp. Eigentlich müsste die Motivation auf dem Höchstpunkt sein, da man ja zum Höchstpunkt fährt. Aber alle, eher 2 von 3, aber ein demokratisch erzogener Junge wie Ich sieht dort ein zweidrittel Mehrheit und spricht vorerst mal von allen. Also, wir waren mehr oder weniger ein bißchen angeschlagen durch die sogenannte „Höhenkrankheit“, die bei mir auch noch ein eigenes Kapitel kriegt und waren daher noch leicht „verkatert“ unterwegs.

Ich spul mal schnell ein Tag zurück. Wir fahren durch ein Gelände, indem recht viele tibetanische Bauern lebten und haben daher auch was von der Einheimischen „Urmenschen“ gesehen. Das ist jetzt nicht beleidigend gemeint. Die Menschen sind unglaublich. Die freuen sich, winken und starren einem lange in die Augen. Ich habe mich jedes Mal gefreut Jemanden zu sehen. Aber deren Leben ist so weit entfernt von unserem Dasein. Lehmhütten, Felle als Kleidung, bunter Schmuck überall sogar an den Tieren, Agrarwirtschaft mit ZugYaks….

Also, wir fahren durch diese Bauerndörfer und auf einmal sagt unser Fahrer, Jing Bei, auch Tom Jones von Tibet genannt, ZUnglumasnd. Wir haben freundlich noch mal gestikuliert, dass wir nichts verstanden haben, worauf ein zweites Zunglumanddas folgte. Jing Bei zeigte dann nach vorne und sagte diesmal Mount Everest. Zwischen zwei kleinen Bergen haben wir dann schließlich einen Berg gesehen. Ich war mir sicher das ist der Mt. Everest den ich vom sehen kenne. Aber habe ich schon mal vorher den Mt. Everest gesehen?! Ich glaube nicht, aber trotzdem kannte ich ihn. Er sah gar nicht so übergroß aus. Ich meine immerhin waren wir schon auf 4500 Meter, so gesehen ist er dann nur noch ein 4000ner, aber trotzdem beeindruckend. Er ragte halt einfach raus, die Spitze in den Tiefblauen Tibethimmel stehend, stolz und unantastbar. Ein wahrer Gigant. Aber wenn nicht er wer dann?!

Das war der erste Blick.

Im Gegensatz zu dem weltweit bekannten Dreiteiler aus den Neuzigern „Zurück in die Zukunft“, springe ich jetzt mal vorwärts in die Vergangenheit und kehre zum 4. Tag zurück.

Also, nach dem Frühstück unterwegs Richtung Basecamp. Ausgerüstet mit viel Wasser, Sauerstoffflaschen und Kopfschmerzen sehen wir voller Zuversicht unserer Tageetappe entgegen.

Nach längeren cruisen, fahren wir, mal wieder, einen Paß hoch. Nur diesmal scheint der Paß einfach nicht zu enden. Da ne kurve, noch ne Kurve, zur Abwechslung ne S-Kurven und dann wieder ne Kurve. Schließendlich erreichen wir dann doch die Spitze des Passes und schauen auf ein Bergpanorama (siehe Foto). Ich glaube das Bild spricht für sich. Später hat sich herausgestellt, dass wir dort auf 6200 Meter waren.

Nach ein paar Fotos, Besinnung und Genießens waren wir dann wieder auf dem Weg zum Basecamp.

Der Basecamp des Mt. Everest kann bzw. darf mit dem Jeep nicht angefahren werden, daher bleibt man vorher in einer Art Lager stehen und dann kann man, muss man noch 7 Kilometer zu Fuß gehen. Manch einer denkt sich jetzt vielleicht 7 Kilometer, naja geh ich halt mal ne Stunde spazieren, aber wie vorher schon mal angedeutet ist die Luft da oben recht dünn.

Das Lager liegt circa auf 4800 Meter und der Basecamp auf 5200. Also man muß in 7 Kilometern 400 Höhenmeter überwinden, welches eigentlich recht locker scheint.

Der einzige Nachteil ist der Mangel an O2 in der Luft, und folglich beim Atmen, in der Lunge, in den Muskeln und im Kopf. Also es ist nicht schlimm, man muss nur sehr viel Atmen, langsam gehen und ab und zu in einer Pause ein bisschen Sauerstoff aus der Flasche schnuppern. Schließendlich wiedererwartend enden diese 7 Kilometer doch noch und man erreicht das Basecamp. Im Basecamp steht man nun vor der Spitze des Berges, erschöpft vom Aufstieg und... Und was? Ich meine jedes Kind, jeder Mensch kennt Ihn, den Höchsten Punkt der Erde. Frage in jedem Quiz Spiel. Jeder Weiß es gibt ein Berg namens Mount Everest, aber irgendwo weit weg, irgendwo im Himalaya Gebirge. …Und jetzt steh ich genau davor.


Höhenkrankheit

Um das Kapitel Tibet zumindest auf dem Papier oder eher, bedingt durch die hyperspace Welt in der wir heutzutage leben, auf dem Server zu beenden- werde ich abschließend noch mal ein html code zu dem Thema Höhenkrankheit programmieren. Bitte entschuldigt die Computer-Fachtermini, aber die Generation von meinem Bruder muß das ja auch etwas verstehen.

Als wir uns im voraus über Tibet erkundigt haben, stand in vielen Berichten und Reiseführern man soll bitte nicht die Höhenkrankheit unterschätzen. Daher fühle ich mich auch verpflichtet Euch darüber aufzuklären. Des Weiteren will ich Euch natürlich Tibet als Reiseziel empfehlen, daher liegt es mir besonderst am Herzen, dass Ihr diesbezüglich vorgesorgt habt und der Situation gewappnet seid.

Also, bitte erkundigt Euch selber noch mal, da ich als Hobby-Diagnostiker nicht zwangsläufig die richtigen Informationen liefer.

Es gibt zwei verschieden Arten von Höhenkrankheit einmal die Akute… und dann die andere …. . Letztere ist sogar tödlich, wenn man nicht schnellstens Hilfe bekommt.

Höhenkrankheit hängt damit zusammen, dass der Partialbruch-Sauerstoffgehalt im Blut zu gering ist und damit die lebenswichtigen Organe mit zuwenig Sauerstoff versorgt werden. Die Kurve steigt halt exponentiell mit der Höhe. Für alle nicht Mathe LK´ler bedeutet das, umso höher ich komme, desto zigfach schlimmer wird es.

Die Höhenkrankheit setzt bei so circa 3500 Meter ein und erst nach mindestens 24-48 Stunden. Das heißt man kann ohne Probleme einen halben Tag auf 6000 Meter verbringen ohne irgendwelche Probleme. Erst nach ein bis zwei Tagen merkt der Körper, dass er permanenten Sauerstoffmangel hat. Das zeichnet sich dann in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühl aus. Also fast so wie der schlimmste Kater deines Lebens.

Hört sich jetzt alles nicht so tragisch an, aber das Problem ist wenn man sich weiter anstrengt, damit ist auch gehen gemeint, desto mehr Sauerstoff verbrennt man, desto STECHENDER klopft die Spitzhacke im Kopf.

Jetzt gibt es eine gute und eine gute oder schlechte Nachricht je nachdem wer das liest. Also erstmal die gute. Nicht jeder ist davon betroffen, also es kann sein das manche Leute einfach unempfindlich sind. Siehe Thomas, als Mo und ich uns zum Basecamp hoch geschleppt haben ist Thomas herum gesprungen wie ein angeschossener Elch und hat hier und da ein Foto gemacht ohne jegliche Probleme. (Daher 2 von 3, etwas oben im Bericht.)

Zweite Nachricht ist, ob gut oder schlecht, es hat nichts mit Alter und Körperliche Verfassung zu tun.

Jetzt die Beste Nachricht, klar kann man sich auch davor schützen. Als erstes und wichtigstes ist, nimmt Euch ein bißchen Zeit für die Gewöhnungsphase. JEDER kann sich daran gewöhnen und das dauert auch nur zwei bis drei Tage. Dann kann der Körper sich auf diese Sauerstoffmangelgeschichte einstellen. Die meisten landen in Lhasa und verbringen dort erstmal eine Woche. Danach ist die Höhe gar kein Problem mehr. Als zweites die entsprechenden Tabletten besorgen. Es gibt ne Medikation die speziell dafür gemacht ist und irgendwelche Verdünnungsprozesse im Blut … . Auf jeden fall hilft es. Sogar präventiv. Die haben wir uns auch vorher besorgt. Als drittes würde ich empfehlen auf jeden fall eine Sauerstoffflasche mit auf Reise zu nehmen. Keine Sorge, die gibt es dort überall. Echt an jedem kleinsten Laden und Hotel. Nur besser ist es diese zu kaufen bevor man Probleme kriegt. Weil man mal zufälligerweise 12 Stunden vom nächsten Kaff entfernt ist. Diese Sauerstoffflasche(mit 3f) liefert puren Sauerstoff, welches ein großteils des Sauerstoffdefizits kompensiert.

Kurz noch meine eigene Erfahrung zum Thema Höhenkrankheit. Wir hatten nur 10 Tage Zeit, haben daher die Gewöhnungsphase ein bißchen kompremiert. Mich hat es dann auch am dritten Tag erwischt, kurz nachdem ich sicher war Immun dagegen zu sein. Am ende des Tages ging es mir dann auch ganz schön schlecht. Das ist ein komisches Gefühl wenn man einatmet und die Lunge voll ist aber man noch nicht fertig mit dem Inhalieren ist.

Also saß ich da in klein Tingri, am ‚ A…. der Welt und hatte halt Angst einzuschlafen, da ich nicht während des Schlafens ersticken wollte. Ich meine das war in dem Moment zwar mehr ein Kopfsache, aber der Kopf spinnt halt manchmal die schlimmsten Geschichten. War halt ganz froh, dass die anderen mir eingeredet haben, dass es echt nur ne reine Kopfsache ist und schließendlich mit der Sauerstoffflasche neben dem Bett konnte ich dann auch einschlafen.

Danach hatte ich nicht mehr so Probleme, ab und zu Kopfschmerzen aber immerhin hatte ich jedes Mal eine Sauerstoffflasche neben dem Bett stehen.

So liebe Leute, werde wie eben angekündigt das Buch Tibet schließen und endlich den Weg frei machen für neue Berichte. Ich hoffe mich zu bessern und Euch häufiger mit meinen Erlebnissen zu texten kann. Also bis dann dann

Wednesday, November 15, 2006